Laub auf dem Golfplatz: Was ist erlaubt?
Loses Laub gilt als loser Naturstoff und darf überall auf dem Platz entfernt werden. Bewegt sich der Ball jedoch beim Entfernen der Blätter, ziehst du dir einen Strafschlag zu.
Wenn im Herbst die Blätter fallen, verändert sich das Bild auf dem Golfplatz drastisch. Nach den offiziellen Golfregeln wird Laub als "loser Naturstoff" eingestuft. Zu dieser Kategorie gehören auch Zweige, Äste, Tannenzapfen oder lose Steine. Die Grundregel hierfür ist sehr spielerfreundlich: Du darfst lose Naturstoffe überall auf dem Golfplatz straffrei entfernen. Das gilt auf dem Fairway, im Rough, auf dem Grün und sogar in den Penalty Areas (Hindernissen).
Allerdings gibt es einen entscheidenden Haken, der in der Prüfung und auf der Runde oft zu Strafschlägen führt. Wenn du Laub in der Nähe deines Balls entfernst und sich der Ball dabei bewegt, ziehst du dir in der Regel einen Strafschlag zu. Der Ball muss anschließend an seine ursprüngliche Stelle zurückgelegt werden. Bewegt sich der Ball, weil du unvorsichtig warst, kostet dich das also wertvolle Schläge.
Eine Ausnahme gibt es auf dem Grün: Bewegst du den Ball versehentlich beim Entfernen von Blättern auf dem Grün, gibt es keinen Strafschlag. Du legst den Ball einfach zurück. Auch bei der Ballsuche im tiefen Herbstlaub bist du geschützt. Musst du Blätterhaufen durchsuchen, um deinen Ball zu finden, und bewegst ihn dabei, bleibt dies straffrei. Gerade wenn du auf stark eingewachsenen Anlagen spielst, wie es bei der Platzreife in Bayern im Voralpenland häufig vorkommt, ist diese Regel zur Ballsuche extrem wichtig. Achte immer darauf, den Ball nach dem Finden wieder exakt dort zu platzieren, wo er lag, und decke ihn gegebenenfalls wieder leicht mit Laub zu, falls er zuvor komplett bedeckt war.
Regeln für zeitweiliges Wasser und Pfützen
Bei zeitweiligem Wasser auf dem Platz darfst du straffreie Erleichterung nehmen. Der Ball muss dafür innerhalb einer Schlägerlänge vom nächsten Punkt der vollständigen Erleichterung gedroppt werden.
Starker Regen und nasse Böden gehören zum Herbstgolf unweigerlich dazu. Wenn sich Wasser auf dem Platz sammelt, greift die Regel für "zeitweiliges Wasser" (anomale Platzverhältnisse). Wichtig für die Theorieprüfung ist die genaue Definition: Zeitweiliges Wasser liegt nur dann vor, wenn das Wasser auf der Oberfläche sichtbar ist, bevor oder nachdem du deinen normalen Stand eingenommen hast. Ein weicher, matschiger Boden, bei dem das Wasser erst durch extrem starkes Wippen oder absichtliches Hineindrücken sichtbar wird, zählt nicht dazu. Tau oder Reif gelten ebenfalls nicht als zeitweiliges Wasser.
Liegt dein Ball in einer Pfütze oder zwingt dich die Pfütze dazu, im Wasser zu stehen, darfst du straffreie Erleichterung nehmen. Dies gilt im gesamten Gelände, ausgenommen in Penalty Areas. Gerade im regenreichen Norden, etwa bei der Platzreife in Hamburg, ist das korrekte Vorgehen bei Nässe essenzielles Prüfungswissen.
Das Vorgehen beim Droppen funktioniert so:
- Finde den nächstgelegenen Punkt der vollständigen Erleichterung. Das ist der Punkt, der nicht näher zum Loch liegt, an dem weder dein Ball noch dein Stand im Wasser sind.
- Von diesem Punkt aus misst du eine Schlägerlänge (mit dem längsten Schläger in deinem Bag, ausgenommen der Putter).
- Innerhalb dieses halbkreisförmigen Bereichs lässt du den Ball aus Kniehöhe fallen.
- Beim Aufnehmen aus zeitweiligem Wasser darfst du den Ball immer reinigen.
Sollte sich das zeitweilige Wasser auf dem Grün befinden, gelten besondere Erleichterungen. Hier darfst du den Ball straffrei an den nächstgelegenen Punkt der vollständigen Erleichterung legen (nicht droppen), selbst wenn dieser Punkt außerhalb des Grüns liegt.
Besonderheiten im Bunker bei Herbstwetter
Auch im Bunker darf loses Laub entfernt werden, solange der Ball dabei nicht bewegt wird. Steht der Bunker komplett unter Wasser, gelten spezielle Erleichterungsregeln, teilweise mit Strafschlag, wenn du außerhalb des Bunkers droppen möchtest.
Bunker stellen im Herbst eine doppelte Herausforderung dar, da sich hier sowohl Laub sammelt als auch das Regenwasser oft schlecht abfließt. Für deine Platzreife-Prüfung musst du die aktuellen Regeln im Sand genau kennen. Seit den großen Regeländerungen 2019 ist es dir erlaubt, lose Naturstoffe – also auch Blätter und kleine Äste – im Bunker zu berühren und zu entfernen. Du darfst den Sand dabei berühren, solange du nicht absichtlich die Beschaffenheit des Bunkers prüfst. Aber Vorsicht: Auch hier gilt, dass sich der Ball beim Entfernen des Laubs nicht bewegen darf, sonst kassierst du einen Strafschlag.
Komplizierter wird es, wenn der Bunker nach starkem Regen teilweise oder komplett unter Wasser steht. Für zeitweiliges Wasser im Bunker hast du verschiedene Optionen:
- Straffreie Erleichterung im Bunker: Du suchst dir den nächstgelegenen Punkt der vollständigen Erleichterung im Bunker, der nicht näher zum Loch liegt, und droppst den Ball dort.
- Maximale Erleichterung: Wenn der Bunker so voll Wasser ist, dass es keinen komplett trockenen Punkt mehr gibt, darfst du den Ball straffrei an der Stelle im Bunker droppen, wo das Wasser am flachsten ist (maximale verfügbare Erleichterung).
- Erleichterung außerhalb des Bunkers: Möchtest du den nassen Bunker komplett vermeiden, darfst du den Ball außerhalb des Bunkers auf der geraden Linie zurück (Verlängerung der Linie Loch - Ball) droppen. Diese Option kostet dich allerdings einen Strafschlag.
Lerne diese Unterscheidung für die Theorieprüfung sehr genau, da Fangfragen zur Unterscheidung zwischen straffreien Drops im Bunker und Strafschlägen außerhalb des Bunkers zu den absoluten Klassikern gehören.
Winterregeln und Besserlegen erklärt
Im späten Herbst setzen viele Clubs die Platzregel zum Besserlegen in Kraft. Diese erlaubt es dir, den Ball auf kurzgemähten Flächen straffrei aufzunehmen, zu reinigen und innerhalb einer Schlägerlänge hinzulegen.
Wenn die Plätze im späten Herbst durch anhaltende Feuchtigkeit sehr weich und empfindlich werden, schützen die Clubs ihre Anlagen durch sogenannte "Winterregeln". Die bekannteste und für dich wichtigste Platzregel in dieser Zeit ist das "Besserlegen". Egal ob du im Rheinland spielst oder dich für die Platzreife in Nordrhein-Westfalen anmeldest – ein Blick auf das Aushängeschild oder die Scorekarte des Clubs vor der Runde ist im Herbst absolute Pflicht, um zu wissen, ob Besserlegen aktuell erlaubt ist.
Das Besserlegen greift niemals automatisch, sondern muss von der Spielleitung ausdrücklich in Kraft gesetzt werden. Ist die Platzregel aktiv, darfst du deinen Ball straffrei aufnehmen, reinigen und an eine bessere Stelle legen.
Folgende Bedingungen müssen dabei erfüllt sein:
- Der Ball muss auf einer kurzgemähten Fläche (Fairway oder Vorgrün) liegen. Im Rough ist Besserlegen nicht gestattet.
- Bevor du den Ball aufnimmst, musst du seine ursprüngliche Lage zwingend mit einem Tee oder einer Münze markieren.
- Du darfst den Ball innerhalb einer festgelegten Distanz (meist eine Scorekartenbreite, 15 Zentimeter oder eine Schlägerlänge – je nach lokaler Regel) hinlegen.
- Der neue Ort darf sich nicht näher zum Loch befinden.
Zusätzlich zur Regel des Besserlegens solltest du die Regel für den eingebetteten Ball kennen. Bleibt dein Ball im weichen Herbstboden in seinem eigenen Einschlagloch (Pitchmarke) im Gelände stecken, darfst du ihn ebenfalls straffrei aufnehmen, reinigen und innerhalb einer Schlägerlänge droppen.
Typische Prüfungsfragen im Herbst 2026
In der Theorieprüfung fokussieren sich die Fragen im Herbst stark auf anomale Platzverhältnisse und lose Naturstoffe. Lerne gezielt die Definition von zeitweiligem Wasser und die Ausnahmen für Strafschläge beim Entfernen von Laub.
Wer seine Platzreife-Prüfung im Herbst ablegt, sollte sich bei der Vorbereitung auf die Theorie gezielt auf die Witterungsbedingungen einstellen. Die Multiple-Choice-Fragen des Deutschen Golf Verbandes (DGV) prüfen stark ab, ob du dich sicher auf einem nassen und laubbedeckten Platz bewegen kannst, ohne unrechtmäßige Vorteile zu erlangen oder das Tempo zu verzögern.
Fokussiere dich beim Lernen auf die Regeln zu anomalen Platzverhältnissen (Regel 16) und zu losen Naturstoffen (Regel 15). Typische Fragenstellungen, die im Herbst 2026 in den Fragebögen auftauchen, sehen oft so aus:
- Darf ein Blatt, das direkt auf dem Ball liegt, im Bunker entfernt werden? (Antwort: Ja, aber wenn sich der Ball bewegt, gibt es einen Strafschlag).
- Wann genau darf man von zeitweiligem Wasser sprechen? (Antwort: Wenn das Wasser sichtbar auf der Oberfläche steht, ohne dass der Spieler extremen Druck mit den Füßen ausübt).
- Du nimmst Erleichterung von einer Pfütze auf dem Fairway. Darfst du den Ball reinigen, bevor du ihn droppst? (Antwort: Ja, das Reinigen ist in diesem Fall erlaubt).
- Dein Ball liegt im tiefen Rough unter Blättern begraben. Beim Suchen bewegst du den Ball versehentlich. Wie lautet die Entscheidung? (Antwort: Straffrei, der Ball muss an die ursprüngliche Stelle zurückgelegt werden).
Präge dir vor allem die genauen Distanzen beim Droppen (eine Schlägerlänge bei zeitweiligem Wasser) und die Drop-Höhe (Kniehöhe) ein. Verstehst du die Mechanismen hinter den Erleichterungsverfahren, kannst du selbst knifflige Fallbeispiele im Multiple-Choice-Test sicher lösen und gehst entspannt in deine Prüfung.
Wenn du dich optimal auf deine Prüfung vorbereiten möchtest, findest du weitere hilfreiche Tipps und alle Informationen direkt auf platzreife-online.de.



